Der Sparda Münster City Triathlon wächst weiter – aber nicht um jeden Preis.
Im Gespräch mit Münster Aktiv gibt Andreas Heller Einblicke in die Planungen für 2026, spricht über Genehmigungen, neue Streckenideen, Hitzevorsorge, Nachhaltigkeit und warum sich Athletinnen und Athleten erstmals über eine Medaille freuen dürfen.
Finale Genehmigung und Planungssicherheit
Münster Aktiv:
Wie sieht es mit der finalen Genehmigung für das kommende Jahr aus?
Andreas Heller:
Die letzte Bestätigung der Behörden kommt traditionell immer erst kurz vor der Veranstaltung. Vorher ist es immer ein bisschen pokern. Wir rechnen aber damit, dass es – wie in den vergangenen Jahren – rechtzeitig sein wird. Die Zusammenarbeit mit der Stadt läuft immer reibungslos.
Münster Aktiv:
Ich habe euren Freistarter wieder in den Triple Master aufgenommen. Hättet ihr 2026 erneut Lust, einen Freistart zur Verfügung zu stellen?
Andreas Heller:
Ja, sehr gerne – wir sind wieder dabei!
Münster Aktiv:
Super, dann unterstütze ich euch im Gegenzug auch 2026 wieder bei der Startnummernausgabe.
Neue Distanz beim Triathlon: Kommt 2026 die Mitteldistanz?
Münster Aktiv:
Es gab sehr viele Anfragen nach einer Mitteldistanz. Wie ist hier der aktuelle Stand?
Andreas Heller:
Wir waren selbst überrascht, wie groß das Interesse ist. Im Team haben wir intensiv darüber diskutiert – denn der organisatorische Mehraufwand wäre enorm: längere Veranstaltungstage, Abstimmungen mit weiteren Landkreisen, zusätzliche Verpflegungsstellen und Anpassungen der Strecke.
Deshalb haben wir entschieden: 2026 wird es noch keine Mitteldistanz geben.
Wir planen jedoch Änderungen, die uns das perspektivisch ermöglichen könnten. Für 2027 können wir noch keinen festen Haken setzen, aber wir werden das Thema erneut evaluieren.
Münster Aktiv:
Wie würde eine mögliche Strecke aussehen?
Andreas Heller:
Die klassische Mitteldistanz umfasst 1,9 Kilometer Schwimmen und etwa 80 bis 90 Kilometer Radfahren. Mit der aktuellen 10-Kilometer-Runde wäre das zu monoton. Deshalb planen wir, die Radstrecke zu erweitern und eine zusätzliche Schleife nördlich anzuhängen – sehr wahrscheinlich bereits 2026.
Verpflegung und Hitzevorsorge
Münster Aktiv:
Im letzten Jahr gab es extreme Hitze, und eine Athletin musste medizinisch versorgt werden. Welche Lehren habt ihr daraus gezogen?
Andreas Heller:
Hitze ist immer ein Thema. 2025 waren die Wochen vor der Veranstaltung eher kühl, dann wurde es plötzlich sehr heiß. Daraus haben wir gelernt und führen künftig wetterabhängige Maßnahmen ein:
* mehr Wasser- und Verpflegungsstellen
* zusätzliche Becher
* mobile Abkühlstationen, z. B. Rasensprenger
* verbesserte Wegeführungen zur Abkühlung im Zielbereich
Unser Ziel ist es, schneller reagieren zu können und Engpässe zu vermeiden. Die neue Streckenaufteilung am Hafen hilft uns dabei sehr.
Startgelder und Startplätze 2026
Münster Aktiv:
Wie entwickeln sich die Startgelder im Jahr 2026?
Andreas Heller:
Für 2026 können wir die Preise voraussichtlich halten. Ab 2027 könnte es moderat teurer werden. Uns ist aber wichtig, auch künftig für alle Sportlerinnen und Sportler bezahlbar zu bleiben.
Münster Aktiv:
Wie viele Startplätze wird es geben?
Andreas Heller:
Geplant sind:
1.000 Plätze für die Olympische Distanz
1.470 Plätze für die Volksdistanz (inklusive Inklusionsstartplätze)
170 Staffeln, ebenfalls inklusive Inklusionsstaffeln
Durch die neue Fläche am Hafenplatz können wir die Wechselzone vergrößern, was die Abläufe deutlich entspannt.
Nachhaltigkeit: Mehrwegbecher im Fokus
Münster Aktiv:
Spielt das Thema wiederverwendbare Becher weiterhin eine Rolle?
Andreas Heller:
Ja, auf jeden Fall. Wir haben bereits Mehrwegbecher im Athletes Garden eingesetzt. Auf der Strecke ist das etwas komplexer, da beschädigte Becher problematisch sind. Es gibt jedoch Dienstleister, die Becher liefern, einsammeln und reinigen – damit beschäftigen wir uns aktuell intensiv.
Neue Startplatzbörse
Münster Aktiv:
Ihr habt außerdem eine Startplatzbörse eingeführt?
Andreas Heller:
Genau. Teilnehmende können ihren Startplatz dort einstellen und weiterverkaufen. Das ersetzt unser bisheriges Abmeldesystem. Vorteil ist, dass man den Platz bis kurz vor der Veranstaltung weitergeben kann. Nachteil: Man muss selbst einen Käufer finden. Wir schauen, wie sich das in der Praxis bewährt.
Neu 2026: Die Finisher-Medaille
Münster Aktiv:
2026 soll es erstmals eine Medaille geben. Warum dieser Schritt?
Andreas Heller:
Wir werden seit Jahren danach gefragt. Ich persönlich bräuchte keine Medaille – aber viele Athletinnen und Athleten freuen sich über ein Erinnerungsstück. Diesen Wunsch möchten wir nun erfüllen. Besonders freuen wir uns darüber, dass das Band von YeYe Weller, einem Künstler-Duo aus Münster designet wurde.
Vielen Dank für das ausführliche Gespräch – bis bald!

Foto mit Heller: Thorben Flatemersch











