Münster-Enschede-Lauffreundschaft beim 54. Batavierenrace 2026
Das Batavierenrace ist ein fester Bestandteil der niederländischen Sport- und Hochschulkultur und ein logistisches Abenteuer. Seit 1973 laufen jährlich tausende Studierende in 25 Etappen eine 185 Kilometer lange Strecke zwischen Nimwegen und Enschede. Bei der diesjährigen 54. Ausgabe dieses niederländischen Kultrennens liefen zum zweiten Mal Münsteraner Studierende des Laufteams des Hochschulsportes im Rahmen eines deutsch-niederländischen Teams namens „Münster-Enschede- Lauffreundschaft“ mit.
Das Team geht auf eine Initiative von Erik Kemp, eines ehemaligen Stadtrates in Enschede zurück. „Ich habe das Batavierenrace schon oft mitgemacht. Da ich mich im Stadtrat von Enschede und im EUREGIO-Rat regelmäßig mit den Auswirkungen der Landesgrenze beschäftigte, fand ich es eigentlich ziemlich seltsam, dass Studierendenclubs aus den ganzen Niederlanden zum Batavierenrace nach Nimwegen und Enschede kommen, aber dass normalerweise keine Teams deutscher Studierende teilnehmen.“ Kemp nahm 2024 deshalb Kontakt zum Hochschulsport Münster auf, dessen Laufteam die Idee eines binationalen Teams aus den beiden Partnerstädten begeistert aufnahm. Aus der gemeinsamen „Bata“-Teilnahme 2024 ist seitdem eine grenzüberschreitende Lauffreundschaft mit gegenseitigen Besuchen bei den Marathons in Enschede und Münster geworden.
Nun ging es für die Lauffreundschaft wieder zum Batavierenrace. Wie 2024 wurde das Projekt „Deutsch- Niederländisches Team beim 54. Batavierenrace“ durch das Interreg- Programm Deutschland-Nederland mit seinen Programmpartnern ermöglicht und von der Europäischen Union (EU) kofinanziert.
Der Startschuss für die über 250 Teams fiel in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai im menschengefüllten Zentrum von Nimwegen. Von dort ging es in pechschwarzer Nacht zunächst über die Grenze nach Deutschland und an Kleve vorbei. Bei Emmerich wurden erst der Rhein und dann erneut die Grenze überquert. Vom Sonnenaufgang bis zum Nachmittag wurden viele kleinere niederländische Ortschaften durchlaufen, ehe ein finaler Neustart am alten Markt in Enschede den Zieleinlauf am Campus der Universität Twente vor tausenden Zuschauern bei sonnigem Wetter einläutete.
Jeder Läufer wird stets von einem anderem Teammitglied auf dem Rad begleitet. Am Ende einer Etappe wechseln zunächst Läufer und Radfahrer, ehe nach sie nach zwei Etappen durch zwei frische Teammitglieder ausgetauscht werden, die vom Begleitfahrzeug des Teams zum jeweiligen Treffpunkt gebracht werden. An zwei Neustarts in Ulft und Barchem werden schließlich alle Teammitglieder im Begleitwagen ausgetauscht. „Das rechtzeitige Erreichen aller Übergabepunkte ist also eine der logistischen Hauptherausforderungen“, sagt der Münsteraner Teamleiter Florian Eichblatt.
Foto/Text: Florian Eichblatt












