Das Wochenende stand ganz im Zeichen von großen Marathonveranstaltungen. Während in Hannover die Deutschen Marathonmeisterschaften innerhalb des Hannover-Marathons ausgetragen wurden, konnte man aber auch in Rotterdam oder Freiburg über die klassische Distanz an den Start gehen.

Tillar schnellster Deutscher beim Rotterdam-Marathon
Schnellster Läufer aus Deutschland beim Rotterdam-Marathon war Jannik Tillar von den Laufsportfreuden Münster. Tillar blieb erstmals unter 2:20 Stunden und überquerte nach 2:18:32 die Ziellinie. Damit belegte er in dem hochklassigen Feld den 31. Gesamtrang. Tillar lief ein sehr kontrolliertes, gleichmäßiges Rennen mit zwei gleichschnellen Hälften. Mit etwas Abstand zum Rennen konnte Tillar etwas zu seinem grandiosen Lauf berichten:
„Das ist natürlich eine super Zeit mit der ich so auch nicht gerechnet habe. Ich wusste, dass ich sehr gut in Form bin und dass ich nach dieser wirklich komplett perfekten Vorbereitung mit zwei Vereinsrekorden über 10 Kilometer und im Halbmarathon eine Zeit von unter 2:20 drin habe. Das war auch mein Ziel alles weitere war Bonus.“
Im Vorfeld hatte Tillar Kontakt mit dem Pacemaker der schnellsten Frau im Rennen und wusste daher, dass sie eine hohe 2:18er Zeit anstreben würde. Das war perfekt für die eigene Renngestaltung und er lief vom Start bis Kilometer 40 in dieser Gruppe. Entsprechend den Bedingungen variierten die Pacemaker das Tempo. Tiller vertraute den Erfahrungen dieser Läufer und wurde dafür belohnt: „Das war bislang taktisch mein bestes Rennen.“

Kruse wird Siebenter bei der DM im Marathon in Hannover
Bei der Marathon-DM in Hannover wollte Manuel Kruse, LSF Münster, auch die Marke von 2:20 unterbieten. Nach 10 km zeigten die Uhren 32:40, ein Höllentempo, das ihn auf eine 2:17er Zeit gebracht hätte. Zur Halbzeit deutete noch alles auf eine Endzeit von 2:19 hin, aber nach 33 km verließen ihn etwas die Kräfte. Hinterher meinte er dazu: „Ich bin eher ein negativ Split-Läufer und wollte nicht unbedingt alleine laufen. Deshalb bin ich die Pace der anderen mitgegangen. Das hat sich dann gerächt.“ Letztlich kam Kruse als 7. Im Gesamteinlauf de Männer bei der Deutschen Meisterschaft nach 2:21:39 ins Ziel, was die Bronzemedaille in der Alterskassenwertung M35 bedeutete. Nicht unerwartet kam die Goldmedaille für Julia Suwelack in der AK W75, dennoch freute sie sich sehr.

Koch – Gesamtdritter beim Freiburg-Marathon
Fritz Koch, der seit vielen Jahren Freiburg lebt, aber weiterhin für den LSF Münster startet, ging beim Freiburg-Marathon an den Start. Für ihn ist das ein MUSS, ein Marathon vor der Haustür, da ist man dabei. Koch wurde in diesem Jahr dritter in der Gesamtwertung in einer Zeit von 2:28:06. Zur Halbzeit schien es noch, dass er mit einer Endzeit von 2:26 finishen würde, aber die zweite Hälfte kostete zu viel Energie. Dennoch war Koch mit seinem Ergebnis zufrieden. Er sagte nach dem Lauf: „Das war ein echt langer Lauf. Direkt beim Loslaufen waren die Beine schon nicht so da und ich glaube, wenn ich da auf Platz 10 gelegen hätte, wäre ich an meiner Haustür bei km 12 schon rausgegangen. Aber richtig gut, dann doch durchgekommen zu sein.“

Foto: Jannik Tillar (Privat LSF)